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Information for professionals for Atrovent®/- N:Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH
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N Dosier-Aerosol (FCKW-frei), Inhalationslösung 0,025%, gebrauchsfertige Einzeldosen 250 µg/2 ml

Bronchospasmolytikum 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ipratropii bromidum.

Atrovent N Dosier-Aerosol (FCKW-frei)

1 Dosier-Aerosolstoss enthält: Ipratropii bromidum 21 Microgramm entsprechend Ipratropii bromidum wasserfrei 20 Microgramm.

Hilfsstoffe: Tetrafluoroethan (HFA 134a, FCKW-freies Treibgas), Acidum citricum, Ethanolum absolutum, Aqua, Propellentia ad aerosolum. Doses pro vase 200.

Atrovent Inhalationslösung 0,025%

1 ml Inhalationslösung 0,025% (= ca. 20 Tropfen) enthält: Ipratropii bromidum 0,261 mg entsprechend Ipratropii bromidum wasserfrei 0,250 mg.

Hilfsstoffe: Conserv.: Benzalkonii chloridum, Antiox.: Dinatrii edetas. Excip. ad solutionem pro 1 ml.

Atrovent gebrauchsfertige Einzeldosen 250 µg/2 ml

1 gebrauchsfertige Einzeldosis der Inhalationslösung (2 ml) enthält: Ipratropii bromidum 261 Microgramm, entsprechend Ipratropii bromidum wasserfrei 250 µg.
Excip. ad solutionem pro 2 ml.

Eigenschaften/Wirkungen

Atrovent ist ein bronchospasmolytisches Inhalationspräparat. Der Wirkstoff Ipratropiumbromid ist ein quaternäres Atropinderivat mit Eigenschaften eines nicht-selektiven kompetitiven Muscarin-Antagonisten. Durch die Hemmung des Vagus am Bronchialsystem werden die Bronchien dilatiert und Bronchospasmen verhindert. Obwohl der Wirkungsbeginn bei Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen schon nach Minuten feststellbar ist (Anstieg von FEV1 um 15% oder mehr nach 15 Minuten), wird das Wirkungsmaximum erst nach 60-120 Minuten erreicht. Die Wirkungsdauer beträgt um die 6 Stunden.
Additive bronchodilatierende Wirkungen zu Präparaten anderer Stoffklassen des gleichen Indikationsgebietes sind belegt (besonders Beta-Adrenergika und Xanthine).
Präklinische und klinische Studien ergaben keine Anhaltspunkte für nachteilige Wirkungen von Ipratropiumbromid auf die Schleimsekretion in den Atemwegen, den mukoziliären Schleimtransport und den Gasaustausch. Obwohl die Daten begrenzt sind, kann angenommen werden, dass Atrovent eine wirksame Behandlung von Bronchospasmen bei Kleinkindern und Säuglingen mit viraler Bronchiolitis und bronchopulmonaler Dysplasie ermöglicht.
Studien an Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten mit einer Behandlungsdauer von bis zu drei Monaten, in welchen das HFA- mit dem FCKW-haltige Dosier-Aerosol verglichen wurden, haben gezeigt, dass die beiden Formulierungen therapeutisch gleichwertig sind. Die Sicherheit wurde bei erwachsenen Asthma Patienten und Kindern mit Asthma während 12 Wochen gezeigt (bei COPD-Patienten während 1 Jahr).

Pharmakokinetik

Absorption
Der Wirkstoff wird nach oraler Einnahme rasch, aber nur geringfügig systemisch resorbiert.
Die absolute orale Bioverfügbarkeit betrug nach einmaliger Gabe von 20 mg 3,3% (0,9-6,1%).
Nach der Inhalation gelangen 10-30% in die Lungen, die gastro-intestinale Absorption wie systemische Resorption sind gering.
Plasmaspitzenwerte werden innerhalb von Minuten nach der Inhalation erreicht. Bei gesunden Erwachsenen wurde die systemische Bioverfügbarkeit nach der Inhalation auf 7-28% der verabreichten Dosis geschätzt.

Distribution
Das Verteilungsvolumen (V) beträgt 338 l (entspricht etwa 4,6 l/kg) und die Plasmaeiweissbindung ist minimal (weniger als 20%).
Wie es seiner chemischen Struktur als quaternäres Amin entspricht, überschreitet das Ipratropium-Ion die Blut-Hirn-Schranke nicht, doch ist nicht bekannt, ob die Substanz die Placentaschranke passiert oder in die Muttermilch sezerniert wird.

Metabolismus
Nach oraler oder intravenöser Verabreichung wird die Substanz teilweise metabolisiert, wobei mindestens 8 Metaboliten entstehen.
Die Hauptmetaboliten, die im Urin gefunden werden, binden nur in geringem Ausmass an den Muscarinrezeptor und werden als inaktiv betrachtet.

Elimination
Die wichtigsten pharmakokinetischen Parameter wurden aufgrund der nach intravenöser Verabreichung beobachteten Plasmawerte berechnet. Es wurde ein rascher biphasischer Abfall der Ipratropiumbromid-Konzentrationen im Plasma festgestellt. Die Halbwertszeit der terminalen Eliminationsphase betrug ungefähr 1,6 Stunden. Die Eliminationshalbwertszeit für den radioaktiv markierten Wirkstoff und der Metaboliten betrug 3,6 Stunden. Die Gesamt-Clearance des Wirkstoffes beträgt 2,3 l/Min. Etwa 40% der Clearance erfolgt renal (0,9 l/Min.) und 60% nicht-renal, d.h. höchstwahrscheinlich über die Leber.
Pharmakokinetische Untersuchungen haben ergeben, dass die HFA-haltige Formulierung in Bezug auf renale Exkretion, AUC und Cmax gegenüber der herkömmlichen FCKW-haltigen Formulierung zu einer tendenziell höheren Exposition führen. Die Unterschiede sind jedoch kaum von klinischer Relevanz.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Belegte Indikation
Als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Bronchodilatatoren zur Akut- und Langzeittherapie von Bronchospasmen bei chronischer Bronchitis, Lungenemphysem und Asthma bronchiale. Die Langzeittherapie sollte bei Vorliegen eines Asthma bronchiale mit einer entsprechenden antientzündlichen Behandlung kombiniert werden.
Zum Bronchospasmolysetest in der Lungenfunktionsdiagnostik vor der Atrovent-Therapie (Beobachtungsdauer mindestens 30 Minuten, besser 2 Stunden).

Dosierung/Anwendung

Dosier-Aerosol
Die Dosierung muss individuell angepasst werden.
Für Kinder über 12 Jahre und Erwachsene gelten im allgemeinen gleiche Dosierungen. Die Inhalationen sollten regelmässig erfolgen. Die erste Tagesdosis sollte beim Aufstehen, die letzte vor dem Schlafengehen inhaliert werden. Die durchschnittliche Inhalationsfrequenz ist 3-4 mal täglich. Wenn nötig kann der Arzt das Inhalationsintervall verkürzen.
Bei COPD-Patienten beträgt die durchschnittliche Einzeldosis 2 Hübe, bei schweren Obstruktionen 4 Hübe.
Bei Asthma-Patienten beträgt die durchschnittliche Einzeldosis 1-2 Hübe.
Der korrekten Inhalationstechnik ist besondere Beachtung zu schenken und der Patient ist dementsprechend anzuleiten (siehe «Patienteninformation»).

Inhalationslösungen

Allgemeine Dosierungshinweise
Die Dosierung muss individuell angepasst werden.
Die übliche Einzeldosis beträgt 50-100 µg Ipratropiumbromid 3-4 mal täglich, bei schweren Obstruktionen 250-500 µg 3-4 mal täglich. Die Tagesdosis von 2 mg bei Erwachsenen (einschliesslich älteren Patienten) und von 1 mg bei Kindern unter 12 Jahren sollte nicht überschritten werden.

Anfallsbehandlung
Bei einer Anfallsbehandlung (in Kombination mit Beta­adrenergika oder Xanthinen) kann der Arzt das Inhalationsintervall entsprechend dem Zustand des Patienten unter ärztlicher Kontrolle bis zur Stabilisierung verkürzen.
Kinder erhalten Atrovent als Inhalationslösung meist in speziellen Situationen: Kinder von 6-12 Jahren erhalten 100-250 µg als Einzeldosis und Kinder unter 6 Jahren 100-250 µg unter medizinischer Überwachung und individuellen Inhalationsintervallen.

Inhalationslösung 0,025%
Die inhalative Einzeldosis bei Erwachsenen und leichten Obstruktionen beträgt 4-8 Tropfen (50-100 µg) 3-4 mal täglich. Mit höheren Einzeldosen von 20-40 Tropfen (250-500 µg) oder 1-2 ml (250-500 µg) kann bei schweren Obstruktionen noch eine Zusatzwirkung erzielt werden.

Kinder 6-12 Jahre: 3-4 mal bis 20 Tropfen, Kinder unter 6 Jahren: meist 3-4 mal 8-20 Tropfen. (Genaueres siehe allgemeine Dosierungshinweise).

Beispiel: Beatmungsinhalation mit Respirator (IPPB) oder Elektrovernebler: Lösung in Vernebleransatz (Mikrovernebler) auf ca. 3 ml Flüssigkeit (physiologische Kochsalzlösung oder andere Inhalationslösungen) geben und 5-7 Minuten bis zum Verbrauch der Lösung inhalieren lassen.
Die Inhalationslösung darf weder geschluckt noch parenteral verabreicht werden.

Gebrauchsfertige Einzeldosen

Erwachsene und Kinder über 6 Jahre: 1 Einzeldosis 3-4 mal täglich.

Kinder unter 6 Jahren: da unzureichende Information über diese Altersgruppe zur Verfügung steht, sollte folgende Dosis nur unter ärztlicher Aufsicht verabreicht werden: 1 Einzeldosis 3-4 mal täglich.
Verhalten bei ungenügendem Ansprechen: siehe «Vorsichtsmassnahmen».

Zur Anwendung der Atrovent Inhalationslösungen
Atrovent Inhalationslösungen werden mit Elektrovernebler oder Respirator (IPPB) inhaliert. Alle Atrovent-Inhalationslösungen können zusammen mit Betaadrenergika wie z.B. Berotec-, resp. zusammen mit den Sekretolytika Mucosolvon- oder Bisolvon-Inhalationslösung inhaliert werden. Nicht zusammen mit Natriumcromoglykat anwenden!

Einzeldosen
Der korrekten Anwendung ist Beachtung zu schenken (siehe «Patienteninformation»).
Die Einzeldosis wird vom Streifen abgetrennt und durch Abdrehen des oberen Teils geöffnet. Der Inhalt wird in den Verneblerbehälter des Elektroverneblers oder des Respirators gegeben.
Die Einzeldosen dürfen weder geschluckt noch parenteral appliziert werden.

Weitere Hinweise
Da die Einzeldosen keine Konservierungsstoffe enthalten, ist es wichtig, den Inhalt des Behälters so bald als möglich nach dem Öffnen zu inhalieren und, um mikrobielle Verunreinigungen zu vermeiden, für jede Anwendung eine neue Einzeldosis zu verwenden. Einmal geöffnete, aber nicht verbrauchte oder beschädigte Einzeldosen sollen nicht mehr verwendet werden.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen
Atrovent ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Atropin und atropinähnlichen Substanzen oder einem der Inhaltsstoffe des Präparates kontraindiziert.

Vorsichtsmassnahmen
Einige Patienten könnten bei der ersten Anwendung der neuen Formulierung von Atrovent N Dosier-Aerosol (FCKW-frei) einen Geschmacksunterschied zur FCKW-haltigen Formel bemerken, darum sollten sie beim Wechsel auf die neue Formulierung darauf hingewiesen werden. Es bestehen signifikante Unterschiede in der sys­temischen Verfügbarkeit.
Der Patient ist anzuweisen, bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot sofort den Arzt oder das nächste Spital aufzusuchen, wenn zusätzliche Inhalationen keine genügende Besserung herbeiführen.
Atrovent ist nicht zur alleinigen Behandlung des akuten Asthmaanfalls geeignet. Für solche Situationen sowie zur Initialbehandlung der akuten und schweren Obstruktion darf Atrovent nur in Kombination mit anderen Bronchospasmolytika, vorzugsweise Beta-Adrenergika, angewendet werden.
Bei jeder chronischen Dosissteigerung sind die Inhalationstechnik und der Therapieplan zu überprüfen. Dies gilt besonders für Asthmatiker, bei denen evtl. durch eine Zugabe oder Dosissteigerung von antientzündlichen Medikamenten (u.a. von inhalativen Steroiden) die bronchiale Entzündung kontrolliert wird. Atrovent sollte nicht in die Augen gelangen. Dies muss besonders bei Engwinkel-Glaukom-Patienten beachtet werden, da im allgemeinen ophthalmologische Nebenwirkungen lokaler Genese sind (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Bei sehr hohen Tagesdosen sollten Patienten mit Prostatahyperplasie oder Blasenhalsobstruktion genauer beobachtet werden. Patienten mit cystischer Fibrose können eher zu gastrointes­tinalen Motilitätsstörungen neigen als andere Patienten. Vereinzelte Fälle mit Urtikaria, Angioödem, Rash, Bronchospasmus, oropharyngealem Oedem und Anaphylaxie weisen darauf hin, dass Hypersensitivitätsreaktionen vom Soforttyp auftreten können.

Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschaftskategorie: B. Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Bei Verwendung von Atrovent v.a. im 1. Trimenon ist besondere Vorsicht geboten.
Die Sicherheit während der Stillzeit ist nicht erwiesen. Wegen des Fehlens von Daten zur Milchgängigkeit von Ipratropiumbromid wird von der Anwendung während des Stillens abgeraten.

Unerwünschte Wirkungen

Gelegentlich, aber dosisabhängig, wurde über Mundtro­ckenheit, Rachenreizungen, lokale Irritationen und Husten berichtet. In Einzelfällen wurden paradoxe Bronchospasmen, ulkusartige Stomatitis, Geschmacksstörungen, reversibles Harnverhalten resp. gastrointestinale Motilitätsstörungen bekannt. Allergieartige Reaktionen wie Rash, Angioödem der Zunge, der Lippen und des Gesichtes, Urtikaria, Laryngospasmus und anaphylaktische Reaktionen können in Einzelfällen auftreten. Vor allem bei Kindern und bei den höchsten Dosierungen ist auf anticholinerge Symptome wie Pulsanstieg, Palpitationen, Tachykardie und Akkommodationsstörungen zu achten (siehe auch «Überdosierung»). Die am häufigsten in klinischen Studien beobachteten Symptome Kopfschmerzen und Nausea sind eher unspezifische Beschwerden vergleichbar zu den Inzidenzen mit Beta-Adrenergika.
Atrovent Inhalationslösung 0,025% enthält Benzalkonium-Chlorid (Konservierungsmittel) und Edetinsäure-Dinatrium-Salz (Antioxydant). Es wurde berichtet, dass diese Stoffe bei einigen Patienten Bronchialverengung verursachen können.
Falls Atrovent unvorsichtigerweise in die Augen gesprüht wird, können leichte und reversible Akkommodationsstörungen und bei entsprechend disponierten Patienten evtl. auch ein Anstieg des Augeninnendruckes und ein Glaukom-Anfall auftreten. In diesem Fall sind topische Miotika zu verwenden.

Interaktionen

Atrovent kann mit anderen bronchodilatierender Substanzen, v.a. der Beta-Adrenergika und der Xanthine kombiniert werden, ohne dass es zu vermehrten Nebenwirkungen kommt.
Bei prädisponierten Patienten besteht das Risiko eines Glaukom-Anfalls wenn Atrovent mit Beta-Mimetika verabreicht wird (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Bei inhalativer Überdosierung, wie auch bei irrtümlicher peroraler Ingestion sind nur leichte reversible periphere anticholinerge Symptome wie Mydriase, Akkommodationsstörungen, Mundtrockenheit, Tachykardie und Harnretention zu erwarten. In diesen Fällen genügt eine einfache Überwachung und bei Bedarf eine symptomatische Therapie.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilität
Atrovent-Inhalationslösungen sollten nicht zusammen mit Disodiumcromoglycat vernebelt werden, da Präzipitationen auftreten können.

Haltbarkeit
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Der unter Überdruck stehende Behälter (Dosier-Aerosol) darf weder gewaltsam geöffnet, noch Temperaturen über 50 °C ausgesetzt werden.
Die angebrochene Lösungsflasche soll innerhalb von 2 Monaten aufgebraucht werden.
Die gebrauchsfertigen Einzeldosen dienen dem sofortigen Verbrauch. Einmal geöffnete aber nicht verbrauchte oder beschädigte Einzeldosen sollen nicht mehr verwendet werden.

IKS-Nummern

41614, 52584, 55943.

Stand der Information

September 2001.
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