AMZVZusammensetzungWirkstoff: Ipratropii bromidum corresp. Ipratropii bromidum anhydricum. Hilfsstoffe: Excipiens ad solut.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro EinheitAtropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml gebrauchsfertige Einzeldosen. 1 gebrauchsfertige Einzeldosis der Inhalationslösung (1 ml bzw. 2 ml) enthält: Ipratropii bromidum 261 Mikrogramm (entsp. Ipratropii bromidum wasserfrei 250 Mikrogramm) bzw. 522 Mikrogramm (entspr. Ipratropii bromidum wasserfrei 500 Mikrogramm).
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenAls Monotherapie oder in Kombination mit anderen Bronchodilatatoren zur Akuttherapie von Bronchospasmen bei chronischer Bronchitis, Lungenemphysem und Asthma bronchiale. Zum Bronchospasmolysetest in der Lungenfunktionsdiagnostik vor der Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml Therapie (Beobachtungsdauer mindestens 30 Minuten, besser 2 Stunden).
Dosierung/AnwendungDie Dosierung muss individuell angepasst werden. Die übliche Einzeldosis beträgt 50–100 mcg Ipratropiumbromid 3–4-mal täglich, bei schweren Obstruktionen 250–500 mcg 3–4-mal täglich. Die Tagesdosis von 2 mg bei Erwachsenen (einschliesslich älteren Patienten) und von 1 mg bei Kindern unter 12 Jahren sollte nicht überschritten werden.
Anfallsbehandlung
Bei einer Anfallsbehandlung (in Kombination mit Beta-Adrenergika oder Xanthinen) kann der Arzt das Inhalationsintervall entsprechend dem Zustand des Patienten unter ärztlicher Kontrolle bis zur Stabilisierung verkürzen. Kinder erhalten Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml meist in speziellen Situationen: Kinder von 6–12 Jahren erhalten 100–250 mcg als Einzeldosis und Kinder unter 6 Jahren 100–250 mcg unter medizinischer Überwachung und individuellen Inhalationsintervallen.
Gebrauchsfertige Einzeldosen
Atropair Steri-Nebs kann in Kombination mit einem Beta-Adrenergikum angewendet werden. Kinder 6–12 Jahre: Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml: mehrere Einzeldosen à 1 ml können verabreicht werden, bis der Patient stabil ist. Das Intervall zwischen den Dosen sollte von einem Arzt festgelegt werden. Kinder unter 6 Jahren: Da unzureichende Information über diese Altersgruppe zur Verfügung steht, sollte folgende Dosis nur unter ärztlicher Aufsicht verabreicht werden: Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml: mehrere Dosen à max. 1 ml können verabreicht werden, bis der Patient stabil ist. Das Intervall zwischen den Dosen muss mindestens 6 Stunden betragen und sollte von einem Arzt festgelegt werden. Atropair Steri-Nebs kann in Kombination mit einem Beta-Adrenergikum angewendet werden. Dosen von mehr als 1 mg sollen an Kinder unter 12 Jahren unter medizinischer Überwachung gegeben werden. Erwachsene (inklusive ältere Patienten) und Kinder über 12 Jahre: Atropair Steri-Nebs 0,5 mg/2 ml: Dosen à 1–2 ml 3–4-mal täglich. Atropair Steri-Nebs kann in Kombination mit einem Beta-Adrenergikum angewendet werden. Verhalten bei ungenügendem Ansprechen: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».
Zur Anwendung der Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml-Inhalationslösungen
Atropair Steri-Nebs kann mit einem Elektrovernebler oder Respirator (IPPB) angewendet werden (die optimale Fliessgeschwindigkeit beträgt 6–8 Liter pro Minute). Beide Stärken von Atropair Steri-Nebs können entweder unverdünnt oder mit physiologischer Kochsalzlösung verdünnt inhaliert werden. Die Menge physiologischer Kochsalzlösung hängt in beiden Fällen vom verwendeten Inhalationsgerät ab. Der korrekten Anwendung ist Beachtung zu schenken: 1. Vernebler nach den Anweisungen des Herstellers oder des behandelnden Arztes bzw. der Ärztin zur Inhalation vorbereiten. 2. Eine Einzeldosis von dem Streifen abtrennen. 3. Zum Öffnen der Einzeldosis den oberen Teil abdrehen. 4. Inhalt des Behälters in den Verneblerbehälter geben. 5. Abhängig vom Vernebler, wenn nötig physiologische Kochsalzlösung dazugeben. 6. Den Vernebler nach Vorschrift zusammensetzen. 7. Nach der Inhalation eventuell verbleibende Lösung aus dem Verneblerbehälter entfernen und den Vernebler wie vorgeschrieben säubern.
Weitere Hinweise
Da die Einzeldosen keine Konservierungsstoffe enthalten, ist es wichtig, den Inhalt des Behälters so bald als möglich nach dem Öffnen zu inhalieren und, um mikrobielle Verunreinigungen zu vermeiden, für jede Anwendung eine neue Einzeldosis zu verwenden. Einmal geöffnete, aber nicht verbrauchte oder beschädigte Einzeldosen sollen nicht mehr verwendet werden. Die Einzeldosen dürfen weder geschluckt noch parenteral appliziert werden.
KontraindikationenAtropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Atropin und atropinähnlichen Substanzen oder einem der Inhaltsstoffe des Präparates kontraindiziert.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenDer Patient ist anzuweisen, bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot sofort den Arzt oder das nächste Spital aufzusuchen, wenn zusätzliche Inhalationen keine genügende Besserung herbeiführen. Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml ist nicht zur alleinigen Behandlung des akuten Asthmaanfalls geeignet. Für solche Situationen sowie zur Initialbehandlung der akuten und schweren Obstruktion darf Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml nur in Kombination mit anderen Bronchospasmolytika, vorzugsweise Beta-Adrenergika, angewendet werden. Bei jeder chronischen Dosissteigerung sind die Inhalationstechnik und der Therapieplan zu überprüfen. Dies gilt besonders für Asthmatiker, bei denen evtl. durch eine Zugabe oder Dosissteigerung von antientzündlichen Arzneimitteln (u.a. von inhalativen Steroiden) die bronchiale Entzündung kontrolliert wird. Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml sollte nicht in die Augen gelangen. Dies muss besonders bei Engwinkel-Glaukom-Patienten beachtet werden, da im Allgemeinen ophthalmologische Nebenwirkungen lokaler Genese sind (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Augenschmerzen oder -beschwerden, unscharfes Sehen, Augenhalos oder unwirkliches Farbempfinden in Verbindung mit geröteten Augen durch Blutstauungen in der Bindehaut oder durch Hornhaut-Ödeme können Merkmale für einen akuten Glaukom-Anfall sein. Sollte eine beliebige Kombination diese Symptome eintreten, können diese mit miotischen Augentropfen behandelt werden und ein Facharzt sollte umgehend aufgesucht werden. Bei sehr hohen Tagesdosen sollten Patienten mit Prostatahyperplasie oder Blasenhalsobstruktion genauer beobachtet werden. Patienten mit cystischer Fibrose können eher zu gastrointestinalen Motilitätsstörungen neigen als andere Patienten. Vereinzelte Fälle mit Urtikaria, Angioödem, Rash, Bronchospasmus, oropharyngealem Ödem und Anaphylaxie weisen darauf hin, dass Hypersensitivitätsreaktionen vom Soforttyp auftreten können.
InteraktionenBei prädisponierten Patienten besteht das Risiko eines Glaukom-Anfalls wenn Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml mit Beta-Mimetika verabreicht wird (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Schwangerschaft/StillzeitReproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Bei Verwendung von Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml v.a. im 1. Trimenon ist besondere Vorsicht geboten.
Stillzeit
Die Sicherheit während der Stillzeit ist nicht erwiesen. Wegen des Fehlens von Daten zur Milchgängigkeit von Ipratropiumbromid wird von der Anwendung während des Stillens abgeraten.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenAufgrund des pharmakodynamischen Profils und den gemeldeten Nebenwirkungen ist es unwahrscheinlich, dass Ipratropiumbromid eine Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit oder auf das Bedienen von Maschinen hat.
Unerwünschte WirkungenDie gemeldeten Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen basieren auf 14 klinischen Studien bei 3250 Asthma- und COPD-Patienten (Erwachsene und Kinder) welche mit den inhalativen Ipratropiumbromid-Formulierungen behandelt wurden und auf Post-Marketing-Erfahrungen. Die Frequenzen beziehen sich auf die Differenz zwischen Ipratropiumbromid und Placebo und sind wie folgt definiert: häufig (<10%–1%), gelegentlich (<1%–0,1%), selten (<0,1%). Für die lokalen Nebenwirkungen wurden die Placebowerte nicht subtrahiert, da angenommen wird, dass diese unerwünschten Wirkungen aufgrund der Applikationsart auftreten. Die lokalen Nebenwirkungen können deshalb überschätzt werden. Mydriase und Anstieg des Augeninnendrucks wurden in den Studien nicht beobachtet und werden deshalb mit einer Häufigkeit von selten angegeben.
Störungen des Immunsystems
Gelegentlich: Allergien, Urtikaria. Selten: Angioödem im Bereich von Zunge, Lippen und Gesicht; anaphylaktische Reaktionen.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Ulkusartige Stomatitis; Geschmacksstörungen.
Störungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.
Augenleiden
Gelegentlich: Akkommodationsstörungen; Glaukom-Anfall. Selten: Mydriase; Anstieg des Augeninnendrucks; Augenschmerzen.
Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe
Gelegentlich: Pulsanstieg. Selten: Palpitationen; supraventrikuläre Tachykardie; Vorhofflimmern.
Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen
Häufig: Husten; Pharyngitis; paradoxe Bronchospasmen. Selten: Laryngospasmus.
Gastrointestinale Beschwerden
Häufig: Mundtrockenheit; gastrointestinale Motilitätsstörungen (Verstopfung, Diarrhoe, Erbrechen). Selten: Nausea.
Störungen der Haut und Hautanhangsgebilde
Gelegentlich: Rash, Juckreiz.
Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
Selten: Harnverhalten.
ÜberdosierungBei inhalativer Überdosierung, wie auch bei irrtümlicher peroraler Ingestion sind nur leichte reversible periphere anticholinerge Symptome wie Mydriase, Akkommodationsstörungen, Mundtrockenheit, Tachykardie und Harnretention zu erwarten. In diesen Fällen genügt eine einfache Überwachung und bei Bedarf eine symptomatische Therapie.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code: R03BB01 Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml ist ein bronchospasmolytisches Inhalationspräparat. Der Wirkstoff Ipratropiumbromid ist ein quaternäres Atropinderivat mit Eigenschaften eines nicht-selektiven kompetitiven Muscarin-Antagonisten. Durch die Hemmung des Vagus am Bronchialsystem werden die Bronchien dilatiert und Bronchospasmen verhindert. Obwohl der Wirkungsbeginn bei Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen schon nach Minuten feststellbar ist (Anstieg von FEV1 um 15% oder mehr nach 15 Minuten), wird das Wirkungsmaximum erst nach 60–120 Minuten erreicht. Die Wirkungsdauer beträgt um die 6 Stunden. Additive bronchodilatierende Wirkungen zu Präparaten anderer Stoffklassen des gleichen Indikationsgebietes sind belegt (besonders Beta-Adrenergika und Xanthine). Präklinische und klinische Studien ergaben keine Anhaltspunkte für nachteilige Wirkungen von Ipratropiumbromid auf die Schleimsekretion in den Atemwegen, den mukoziliären Schleimtransport und den Gasaustausch. Obwohl die Daten begrenzt sind, kann angenommen werden, dass Ipratropiumbromid eine wirksame Behandlung von Bronchospasmen bei Kleinkindern und Säuglingen mit viraler Bronchiolitis und bronchopulmonaler Dysplasie ermöglicht. Studien an Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten mit einer Behandlungsdauer von bis zu drei Monaten, in welchen das HFA- mit dem FCKW-haltigen Dosier-Aerosol verglichen wurde, haben gezeigt, dass die beiden Formulierungen therapeutisch gleichwertig sind.
PharmakokinetikDer Wirkstoff wird nach oraler Einnahme rasch, aber nur geringfügig systemisch resorbiert. Die absolute orale Bioverfügbarkeit betrug nach einmaliger Gabe von 20 mg 3,3% (0,9–6,1%). Nach der Inhalation gelangen 10–30% in die Lungen, die gastrointestinale Absorption wie systemische Resorption sind gering. Plasmaspitzenwerte werden innerhalb von Minuten nach der Inhalation erreicht. Bei gesunden Erwachsenen wurde die systemische Bioverfügbarkeit nach der Inhalation auf 7–28% der verabreichten Dosis geschätzt.
Distribution
Das Verteilungsvolumen (V) beträgt 338 l (entspricht etwa 4,6 l/kg) und die Plasmaeiweissbindung ist minimal (weniger als 20%). Wie es seiner chemischen Struktur als quaternäres Amin entspricht, überschreitet das Ipratropium-Ion die Blut-Hirn-Schranke nicht, doch ist nicht bekannt, ob die Substanz die Placentaschranke passiert oder in die Muttermilch sezerniert wird.
Metabolismus
Nach oraler oder intravenöser Verabreichung wird die Substanz teilweise metabolisiert, wobei mindestens 8 Metaboliten entstehen. Die Hauptmetaboliten, die im Urin gefunden werden, binden nur in geringem Ausmass an den Muscarinrezeptor und werden als inaktiv betrachtet.
Elimination
Die wichtigsten pharmakokinetischen Parameter wurden aufgrund der nach intravenöser Verabreichung beobachteten Plasmawerte berechnet. Es wurde ein rascher biphasischer Abfall der Ipratropiumbromid-Konzentrationen im Plasma festgestellt. Die Halbwertszeit der terminalen Eliminationsphase betrug ungefähr 1,6 Stunden. Die Eliminationshalbwertszeit für den radioaktiv markierten Wirkstoff und der Metaboliten betrug 3,6 Stunden. Die Gesamt-Clearance des Wirkstoffes beträgt 2,3 l/Min. Etwa 40% der Clearance erfolgt renal (0,9 l/Min.) und 60% nicht-renal, d.h. höchstwahrscheinlich über die Leber.
Präklinische DatenIn vitro bakterielle Mutagenesetests (Ames Test) wiesen auf kein mutagenes Potential hin. Die Resultate von in vivo Versuchen (Mikronucleustest, dominant-letaler Test bei Mäusen, zytogener Versuch an Knochenmarkzellen von Chinesischen Hamstern) zeigte keine Erhöhung der Chromosomenaberrationsrate. Es wurde kein tumorigener oder karzinogener Effekt in Langzeitstudien bei Mäusen und Ratten beobachtet. Studien zur Untersuchung von möglichen Einflüssen von Ipratropiumbromid auf die Fertilität, die Embryo-Fetotoxizität und die peri-/postnatale Entwicklung wurden an Mäusen, Ratten und Kaninchen durchgeführt. Bei der höchsten verwendeten oralen Dosis (1000 mg/kg/Tag bei Ratten und 125 mg/kg/Tag bei Kaninchen) traten keine Missbildungen bei den Nachkommen auf. Diese Dosen, die bei weitem die humanen therapeutischen Dosen überschreiten, waren jedoch maternotoxisch und in gewissem Ausmass embryo-/fetotoxisch.
Sonstige HinweiseAtropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml-Inhalationslösungen sollten nicht zusammen mit Disodiumcromoglycat vernebelt werden, da Präzipitationen auftreten können.
Haltbarkeit und besondere Lagerungshinweise
Die Arzneimittel dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Atropair Steri-Nebs 0,25 mg/1 ml bzw. 0,5 mg/2 ml gebrauchsfertige Einzeldosen: Die Einzeldosen sollen bei Raumtemperatur (15–25 °C) gelagert werden und sind vor Licht zu schützen. Sie dienen dem sofortigen Verbrauch. Einmal geöffnete aber nicht verbrauchte oder beschädigte Einzeldosen sollen nicht mehr verwendet werden.
Zulassungsnummer58404 (Swissmedic).
ZulassungsinhaberinTeva Pharma AG, 4147 Aesch.
Stand der InformationJanuar 2008.
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